Die freischaffende Textilkünstlerin und Sozialpädagogin Inge Bauer (1953–2018) widmete sich seit 1978 dem Textilen. Neben ihrer Arbeit im eigenen Atelier, in dem Textilkunst und individuelle Bekleidung zum Verkauf und für Ausstellungen entstanden, war sie als Dozentin im In- und Ausland sehr gefragt, unter anderem als Gründungsmitglied der Filzschule Oberrot. Ihre persönliche Filzkunst entwickelte sie auch im Zuge der Auseinandersetzung mit Filztraditionen, die sie auf Studienreisen und internationalen Filzkonferenzen in der Mongolei, Türkei, in Ungarn, Finnland, Norwegen, England und in den Vereinigten Staaten kennenlernte.
Inge Bauer vereinte in ihrer Arbeit die Extreme, die Filz bietet: Ihre Teppiche und Wandgestaltungen konnten robust und stark sein, ihre Filzkleidung hauchfein und federleicht. »Filz ist ein lebendiges Material – wie Haut. Bevorzugt stelle ich tragbare, strapazierfähige und dabei individuell gestaltete Bekleidung, Taschen und Kopfbedeckungen her, die keinem Modetrend unterworfen sind. Meine Kleidungsstücke sind Unikate. Sie sollen sich anfühlen und schützen wie eine zweite Haut.«
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